Samstag, 31. Dezember 2011

Rezension - "Spukhaus zu verkaufen" von Simone Edelberg u.a.

Anders als der Titel suggeriert, ist es mehr als ein einziges Spukhaus. Viele Häuser. Und in keinem Teil der Welt ist man sicher.
Eigentlich ist es eher ein Episodenroman, so gut hält Herr Satànchia den roten Faden fest, der durch das ganze Buch führt. Ein Makler. Wenn man Herrn Satànchia kennen gelernt hat, versteht man, warum dieser Berufsstand nicht den allerbesten Ruf hat. Er findet für jedes noch so seltsame Objekt einen Käufer oder eine Käuferin. Und nicht nur das; es gelingt ihm auch vortefflich, die jeweiligen Mängel des Hauses zu verstecken.
Und was für Mängel! Der Autorenguppe hat ein höchst einfallsreiches Panorama gespenstischer Verwicklungen zusammengetragen, die mir  höchst vergnügliche Lesestunden beschert haben. (Mir fehlt es wohl an Fantasie, dass mir keine Schauergeschichte eine Gänsehaut macht.) 

Am besten gefallen hat mir die Geschichte von Abigail und dem verliebten Gespenst, denn anders als im wirklichen Leben wurde das arme Gespenst nicht erlöst.

Wer allerdings dazu neigt, sich zu gruseln, sei gewarnt. Sie sollte das Buch besser mittags im hellen Sonnenschein lesen. Im Freien!


Erhältlich im Amazon Kindle Shop

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Rezension für "Tauwetter" von Lutz Schafstädt

Mit Herz und Verstand
Mit einer herrlichen Geschichte zu Weihnachten startet die Kurzgeschichtensammlung von Lutz Schafstädt: Köstlich, humorvoll und mit einer überraschenden Wendung untersucht Polizeiwachtmeister Kühn eigenartige Schüsse auf die Weihnachtsdekoration in seiner Nachbarschaft.
Dann setzt im wahrsten Sinn des Wortes "Tauwetter" ein... Sowohl"Bleibt so wie ihr seid" als auch "Geburtagsgedanken" handeln von besonderen Ereignissen wie Silberhochzeit oder Geburtstag der Großmutter, die etwas anders als gewöhnlich verlaufen. Alle Geschichten bestechen durch ihre heitere Sicht auf das ganz normale Leben, immer mit Überraschungen gewürzt.
Das Buch gibt es bei smashword und bei amazon.

Montag, 5. Dezember 2011

Rezension - "Das Feuerpferd"

Durch einen Fehler der Fürstin Moghara , wird das Feuerpferd in der Welt der Sterblichen geboren und nicht wie geplant im Schattenreich. Mit dem Fehlzauber und der Geburt des Fohlens in der Menschenwelt, wird den Bewohnern von Seoria das Feuer genommen. Das Volk friert und muss sterben, wenn die Zauberfürstin diesen Fehler nicht schnell behebt. Sie schickt ihren Geliebten, Lybios, in die Welt der Sterblichen und sieht sich später gezwungen, dort selber nach dem Fohlen zu suchen. Aber da ist auch noch der böse Grint, der alles daran setzt, mehr Macht zu bekommen.
Sabine Abel, Monique Lhoir, Annemarie Nikolaus, drei Autoren, die es verstehen den Leser in ihren Bann zu ziehen. Das Feuerpferd ist spannend und mit ungewöhnlichen Ideen geschrieben. Der Leser fühlt sich sogleich in die unterschiedlichen Welten der Protagonisten hineingezogen, lebt und leidet mit den Figuren. Ein kurzweiliges Buch, das ich nicht nur Fantasy-Lesern empfehlen kann. Die Magie, die in diesem Roman beschrieben wird, springt auf den Leser über. Atemlos erlebt er, wie die Schicksale der Figuren ineinander verwoben werden, kann das Buch erst zur Seite legen, wenn man zum Ende kommt. Eine Fortsetzung des Feuerpferdes würde ich sofort kaufen. Fazit: ein Buch, das man nur empfehlen kann, auch wenn man kein Fantasy-Fan ist..

Sonntag, 4. Dezember 2011

Rezension: "Alle Jahre wieder" von Elsa Rieger

Die Geschichten von Elsa Rieger gehen das Thema Weihnacht aus verschiedenen Perspektiven an - mal heiter, mal nachdenklich - und entfalten lebendige Episoden. Es ist eine Freude, in die Szenen einzutauchen und den Gedanken der Autorin zu folgen, die von Kindheitserinnerungen bis zur Science Fiction-Vision einen verblüffend weiten Bogen spannt.

In "Nur ein kleiner Bär" hat ein Astrophysiker kurz vor Weihnachten Glück im Lotto und in seiner Familie werden die Wunschzettel anspruchsvoller. Gern würde er ihnen die Sterne vom Himmel kaufen, doch das Glück muss bescheidene Wege finden. Die Geschichte ist turbulent und kraftvoll lebendig erzählt. Berührt und begeistert hat mich das Finale, nach dem wohl jeder Leser einer alten Melodie nachsinnen wird.

Alte Gemäuer geben den Gedanken von "Pesthauch in Wien" ihren Rahmen. Ein ehemaliges Ambulanzgebäude ist zu einem Wirtshaus geworden, Menschen tafeln und feiern heute dort, wo einst gelitten und gestorben wurde. Dunkle Episoden aus der Geschichte Wiens mischen sich gegenwärtigen Sorgen und Ängsten. Eine gelungene Melange.

In "Das Zaubermännchen" stellt Elsa Rieger unter Beweis, dass selbst ein Durchfall als Thema einer Weihnachtsgeschichte taugt, um dann in "Kinderweihnacht" den im Weihnachtszauber glitzernden Blick von Kinderaugen wieder lebendig werden zu lassen. Bei den letzten beiden Geschichten "Die Kraft Gottes" und "Weihnachten - was ist das?" lässt die Autorin der Fantasie vollends freien Lauf und wieder ist es ein Vergnügen, ihr bis in eine Zukunft zu folgen, in der nach ökologischen Katastrophen die Welt in Trümmern liegt und Weihnachten verboten ist. Doch es gibt Hoffnung - ich empfehle, es nachzulesen.

Das eBook ist unter anderem bei Amazon als Kindle und bei Smashwords erhältlich.